Jahreshauptversammlung 2026: Gemeinschaft lebt vom Mitmachen
Rund 20 Mitglieder sowie der Vorstand kamen am 26. September zur Jahreshauptversammlung unserer Siedlergemeinschaft zusammen. Eigentlich sollte die Versammlung bereits im März stattfinden. Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod Anfang des Jahres von Gabi Piromalli entschied der Vorstand jedoch, den Termin zu verschieben. So fand die Jahreshauptversammlung in diesem Jahr erst im September statt; ab 2027 soll sie wieder im gewohnten Frühjahrsturnus stattfinden.

Zu Beginn erinnerte unser Vorsitzender Rico Pirl an Gabi Piromalli. Sie war über Jahrzehnte Kassiererin unserer Siedlergemeinschaft und hat diese mit großem persönlichem Einsatz geprägt. Ihr Engagement reichte jedoch weit über unsere Gemeinschaft hinaus: Auch in weiteren Vereinen und Initiativen brachte sie sich über viele Jahre hinweg ein. Ihr Tod hat viele Menschen tief getroffen und hinterlässt menschlich wie ehrenamtlich eine unfassbar große Lücke.
Nach dem gemeinsamen Totengedenken fand Rico Pirl persönliche Worte für diesen Verlust und die vergangenen Monate. Auch innerhalb des Vorstands mussten Aufgaben neu verteilt werden. Clemens Fischer, bisher zweiter Kassierer, hat die Aufgaben kommissarisch übernommen. Im Frühjahr 2027 stehen turnusgemäß Neuwahlen des Vorstands an.
Anschließend verlas Andreas Witt das Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 29. März 2025. Einwände gab es keine, sodass das Protokoll genehmigt wurde.
Rund 870 Mitgliedshaushalte

Im Jahresbericht blickte Rico Pirl auf die Entwicklung der Siedlergemeinschaft zurück. Aktuell gehören ihr rund 870 Mitgliedshaushalte an. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 74 Veränderungen durch An-, Ab- und Ummeldungen.
Auch die Siedlerzeitung war Thema. Wo ehrenamtliche Verteilerinnen und Verteiler zur Verfügung stehen, kann sie weiterhin in Papierform vor Ort verteilt werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, die Zeitung digital zu beziehen.
Gerade die Verteilung zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Unterstützung für unsere Gemeinschaft ist. Rico Pirl dankte allen, die sich beim Verteilen der Zeitung, bei Veranstaltungen oder an anderer Stelle engagieren und damit viele Aufgaben möglich machen.
Nach dem Jahresbericht stellte Clemens Fischer den Kassenbericht vor. Kassenprüfer Werner Amft berichtete anschließend von der ordnungsgemäßen Prüfung der Kasse. Besonders bewegend war seine Erinnerung daran, dass er die Kassenprüfung gemeinsam mit Gabi Piromalli nur zwei Tage vor ihrem Tod vorgenommen hatte.
Im Anschluss an den Bericht des Kassenprüfers wurde der Vorstand von der Versammlung einstimmig entlastet.
Rico Pirl betonte, dass der Vorstand auch weiterhin darauf achten werde, das Gemeinschaftsvermögen verantwortungsvoll und zum Nutzen der Mitglieder einzusetzen.
Demokratie und Zusammenhalt vor Ort

Als Gast begrüßte die Versammlung Nadine Müller von „Demokratie leben! Gladbeck“. Sie stellte das Gladbecker Leitbild für Demokratie und Zusammenhalt vor. Dieses wurde gemeinsam mit Gladbecker Bürgerinnen und Bürgern entwickelt und bildet die Grundlage für zahlreiche Projekte in der Stadt. Auch die Zusammensetzung des Begleitausschusses war Thema. Dort sind unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche vertreten – unter anderem Kultur, Jugendförderung, Sport, Wirtschaft, Gewerkschaften und Seniorenvertretung. Für einen freien Platz erklärte sich unser Ehrenvorsitzender Werner Hülsermann bereit, sich gemeinsam mit Klaus Rottmann als Kreisvorsitzendem einzubringen.
Für uns als Siedlergemeinschaft ist dabei wichtig: Wir vertreten keine parteipolitische Position. Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und ein respektvolles Miteinander sind jedoch Themen, die uns alle betreffen. Deshalb möchten wir auch hier Verantwortung übernehmen.
Ein weiterer Gedanke des Abends: Es braucht wieder mehr reale Orte der Begegnung. Viel Kommunikation findet heute im Internet statt und wird dort auch durch Algorithmen geprägt. Persönliche Treffpunkte, Gespräche und gemeinschaftliche Veranstaltungen werden deshalb umso wichtiger.
Gemeinsam mehr erreichen

Auch die Zusammenarbeit der Rentforter Vereine soll weiter gestärkt werden. Über einen Runden Tisch der Rentforter Vereine sollen Veranstaltungen künftig besser abgestimmt und gegenseitig beworben werden.
Für die kommenden Monate stehen bereits mehrere Termine fest. Am 17. Oktober findet erneut die Reinigung des Kurparks statt. Unser zweiter Vorsitzender Florian Opper lädt alle Mitglieder und Interessierten herzlich dazu ein, mitzumachen.
Am 2. November ist eine Informationsveranstaltung der Polizei zum Thema Einbruchschutz vorgesehen.
Am 13. Dezember folgt die traditionelle Nikolausveranstaltung.
Engagement für Johowsiedlung / Kampkolonie
Dass gemeinsames Engagement etwas bewirken kann, zeigt auch die Entwicklung rund um Johowsiedlung und Kampkolonie.Vorstand und Anwohnerinnen und Anwohner haben sich über Jahre intensiv in die Diskussion um den Bebauungsplan eingebracht, Gespräche geführt und Schreiben an politische Fraktionen sowie das Bauamt gerichtet. Bereits während der Corona-Zeit war eine Änderung des Bebauungsplans Thema, anschließend folgten Gutachten und weitere Gespräche.
Nun soll die Bebauungsplanänderung umgesetzt werden. Dabei soll insbesondere die charakteristische Vorderfront der Siedlung erhalten bleiben. Seitlich und im rückwärtigen Bereich sollen zugleich mehr Möglichkeiten für bauliche Veränderungen geschaffen werden.
Die Entwicklung zeigt, wie wichtig eine gemeinsame Interessenvertretung sein kann. Anliegen, die einzeln nur schwer Gehör finden, erhalten durch das gemeinsame Auftreten von Anwohnerinnen und Anwohnern und Siedlergemeinschaft deutlich mehr Gewicht.
Werner Hülsermann erinnerte außerdem daran, dass auch die Einführung von Tempo 30 auf der Josefstraße wesentlich durch das Engagement der Siedlergemeinschaft unterstützt wurde.
Bauvorhaben auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei
Auch das geplante Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei wird die Siedlergemeinschaft weiter beschäftigen.
Nach einer Informationsveranstaltung mit Herrn Kreutzer im Frühjahr 2026 hat der Vorstand das Thema weiterverfolgt und gemeinsam mit Anwohnern einen Fragenkatalog an die politischen Fraktionen geschickt. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. Die Grünen reagierten kurzfristig und nahmen an einem Vor-Ort-Termin teil. Auch Herr Kreutzer hat auf die gestellten Fragen geantwortet.

Aktuell ruht die Baustelle. Unter anderem soll noch eine Verkehrsbewertung durch Investor beziehungsweise Bauträger erfolgen. Im Dezember soll das Vorhaben im Bauausschuss thematisiert werden.
Die Siedlergemeinschaft wird den weiteren Prozess begleiten. Mitglieder und Anwohner können sich mit ihren Fragen jederzeit an den Vorstand wenden, damit diese in die weiteren Gespräche eingebracht werden können.
Nikolausfeier im Zeichen von Gabi Piromalli
Die diesjährige Nikolausfeier soll zentral am Gemeindehaus St. Josef stattfinden und damit für möglichst viele Menschen gut erreichbar sein.Die Nikolausfeier war über viele Jahre eng mit Gabi Piromalli verbunden. Deshalb schlug der Vorstand vor, die Einnahmen aus dem Verkauf von Essen sowie weitere Spenden in diesem Jahr einem guten Zweck zukommen zu lassen.Unterstützt werden soll die Stiftung von Horst Köhler und Eva Luise Köhler, die sich für Menschen mit seltenen Erkrankungen engagiert. Ein persönlicher Bezug besteht auch dadurch, dass eines von Gabis Enkelkindern von einer seltenen Erkrankung betroffen ist.
Die Siedlergemeinschaft möchte den zusammenkommenden Betrag zusätzlich aus eigenen Mitteln aufstocken. Der Vorschlag fand in der Versammlung großen Zuspruch und wurde einstimmig beschlossen.
Blick auf 2027
Auch für das kommende Jahr gibt es bereits erste Ideen. Die bisherige Radtour könnte durch eine gemeinsame Wanderung ersetzt werden, möglicherweise zusammen mit dem Heimatverein.
Im Frühjahr findet wieder die reguläre Jahreshauptversammlung statt. Dann stehen auch die Neuwahlen des Vorstands an.
Fortgesetzt werden sollen außerdem die bewährten Aktivitäten: die Reinigung des Kurparks im Frühjahr und Herbst, eine Planwagenfahrt im Spätsommer und die Nikolausfeier zum Jahresende.
Auch ein Sommerfest würde der Vorstand gerne wieder auf die Beine stellen. Dafür braucht es allerdings genügend Menschen, die mithelfen.
Denn unsere Siedlergemeinschaft ist weit mehr als ein Dienstleister oder die Möglichkeit, bei verschiedenen Partnern Vergünstigungen zu erhalten. Gemeinschaft lebt vom aktiven Mitmachen – davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, Veranstaltungen unterstützen, Zeitungen verteilen oder sich mit ihren Ideen einbringen.
Besonders freuen würden wir uns deshalb über alle, die Lust haben, unsere Gemeinschaft mitzugestalten. Dafür muss niemand sofort ein Amt übernehmen. Schon punktuelle Unterstützung bei einer Veranstaltung oder einer Aktion kann viel bewirken.
„Arbeit, die niemand sieht – aber das ist Arbeit“
Zum Abschluss dankte Werner Hülsermann noch einmal ausdrücklich allen, die sich ehrenamtlich für die Siedlergemeinschaft engagieren.

Ein besonderer Dank ging an Monika Keuterling, die regelmäßig rund 900 Exemplare der Siedlerzeitung abholt, sortiert und zusammen mit den Beiblättern für insgesamt 23 Verteilerinnen und Verteiler vorbereitet.
Werner Hülsermann brachte diesen Einsatz mit einem Satz auf den Punkt:„Arbeit, die niemand sieht – aber das ist Arbeit.“
Nach dem offiziellen Teil blieb noch Zeit für Gespräche und Austausch. Bei Currywurst und Pommes klang die Jahreshauptversammlung in gemütlicher Runde aus.
Der Nachmittag hat einmal mehr gezeigt, was unsere Siedlergemeinschaft ausmacht: die Interessen unseres Stadtteils vertreten, Dinge gemeinsam anstoßen – und vor allem eine Gemeinschaft sein, die davon lebt, dass Menschen sich einbringen.





